das Projekt „yidishe lider“

Einst zählte die yidishe Bevölkerung Mittel-Osteuropas mit ihrer blühenden Kultur über 10 Millionen, die größte Gruppe innerhalb des Judentums. Ab etwa 1900 kam es zu wachsenden Feindseligkeiten und zu massenhaften Auswanderungen, vor allem nach Amerika. Verstärkt wurde diese Fluchtbewegung durch die NS-Herrschaft und die von Deutschen und Hilfstruppen im 2. Weltkrieg verübten Massaker, Deportationen und die millionenfache Ermordung der Zurückgebliebenen.
Die 800-jährige yidishe Kultur in Mittel-Osteuropa wurde fast komplett zerstört.

Die Ausgewanderten nahmen ihre Kultur mit und bereicherten die yidishe Musik mit neuen Musikstilen und Liedern. Es kam sogar zu einer Blüte des von ihnen verbreiteten klezmer. Auch viele nichtjüdische oder -yidishe Menschen spielen diese Musik mit großer Leidenschaft, so wie auch wir. Doch gibt es Yidish als Muttersprache immer weniger, so dass die Zukunft der yidishen Kultur ungewiss ist. Diese offene Frage steigert unsere Motivation, ihre schöne Musik zu verbreiten.

Albert Kunze, studierter Ethnologe, ist beseelt von der yidishen Sprache, ihrem schönen Klang, der berührenden Lyrik und nicht zuletzt von den ergreifenden Melodien, die diesem Genre eigen sind. Er berichtet hier in einem Radiobeitrag in der ‚Wüsten Welle‘ – Freies Radio Tübingen,
und vereint in seinem initiierten Projekt seine großen Leidenschaften: Sprachkultur und Singen

yidishe lider – klezmer songs & stories